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Kelheim

Nicht chillen, sondern anpacken

(06.02.12, 14:18 Uhr) Wer bei „Chill=Out“ an Entspannung und Abhängen in der Freizeit denkt, liegt falsch. Zumindest bei dem gleichnamigen Projekt an der Hauptschule Bramsche. Die Schüler helfen in ihrer freien Zeit im Seniorenheim aus oder engagieren sich in Vereinen. Das macht nicht nur richtig Spaß, sondern hilft später auch bei der Berufswahl.

„Runter vom Sofa, rein ins Leben!“ Unter diesem Motto engagieren sich Schüler der Hauptschule Bramsche mindestens zwei Stunden in der Woche in einem Verein oder einer Institution. Oder in einer Band. Marcel Stölting zum Beispiel hat mit der Schülerband einen Song für das Projekt aufgenommen und vertont. Der 16-Jährige bekommt dafür einen Kompetenznachweis, der ihm sein Engagement bescheinigt. Doch im Gegensatz zu den Schülern der siebten bis neunten Klasse ist für Marcel der Einsatz nicht mehr verpflichtend, da er bereits im zehnten Jahrgang ist.

Die Schüler der zehnten Klasse müssten sich nicht mehr engagieren, da viele einen Realschulabschluss machen und viel lernen müssen, erklärt Constanze von Laer. Das Ziel sei aber, dass sie es freiwillig nach der neunten Klasse weitermachen. Die Geschäftsführerin der Agentur Konzeptwerk hat das Programm entwickelt und gemeinsam mit Stefan Rudys und Sandra Castrup von der Fachleitung der Schule ausgearbeitet.

Abhängen mit Freunden: Fast könnte man Jana Holsteins Engagement so bezeichnen. Die 13-Jährige ist ehrenamtlich in der Seniorenresidenz Alloheim in Bramsche aktiv. „Die Arbeit im Alloheim macht mir sehr viel Spaß, die Leute sind alle sehr nett“, berichtet sie. Die Mitarbeiter würden ihr jederzeit helfen, wenn sie Fragen hat. Durch die Arbeit in der Seniorenresidenz werden auch Berührungsängste ab- und Freundschaften aufgebaut. Die Schüler spielen mit den Senioren, gehen spazieren oder Eis essen. Generell findet Jana das „Chill=Out“-Projekt sehr gut, es helfe dabei, später eine bessere Orientierung zu haben. Constanze von Laer betont, dass die Schüler durch ihr Engagement Berufsorientierung erhalten und ihr Selbstbewusstsein stärken. Außerdem können sie durch ihren Einsatz außerhalb der Schule herausfinden, wo ihre Stärken und Schwächen liegen.

„Immer wieder stellen wir fest, dass der Schüler, der sich außerschulisch engagiert, sei es in einer Jugendgruppe, in einer Band oder im Verein, bei der freiwilligen Feuerwehr oder im Sanitätsdienst, sehr viel leichter eine Lehrstelle findet“, erklärt Constanze von Laer. Sie würden auch schneller herausfinden, was sie beruflich überhaupt machen möchten, und hätten klarere Vorstellungen für ihr Leben. Als weiteren Anreiz bekommen die Schüler für Nachweise über ihr Engagement sogenannte Credits.

Am Ende des Schuljahres erhalten die Jugendlichen zusätzlich zu ihrem Zeugnis einen Kompetenznachweis. Dieser könne beispielsweise eine Ergänzung für Bewerbungen sein. Die Jugendlichen suchen sich selbst aus, was sie gerne machen möchten. Von der freiwilligen Feuerwehr, einer Jugendgruppe, Sportvereinen oder im Sanitätsdienst – alles ist denkbar. Sollten die Schüler nicht wissen, was ihnen gefallen könnte, werden sie im „Chill=Out“- Büro an der Hauptschule Bramsche beraten.

Die Betreuer der Jugendlichen, die sie auch bewerten, würden ganz andere Seiten der Schüler als die Lehrer sehen, betont Constanze von Laer. Da zählen nicht ausschließlich die Schulnoten, sondern soziale Kompetenzen. Neben dem Ziel, im Anschluss Ausbildungsoder Praktikumsplätze zu finden, sollen die Jugendlichen erkennen, wie viel Spaß es machen kann, sich in der Freizeit zu engagieren. Und nicht nur auf dem Sofa abzuhängen.

Facts:

Das Programm ist für die Jahrgänge 7, 8 und 9 der Hauptschule Bramsche vorgesehen. Die Schüler entscheiden selbst, wo sie sich engagieren.

Einmal die Woche, mindestens ein halbes Jahr lang, soll das Engagement ausgeübt werden. Für die Nachweise über die Tätigkeit gibt es Credits.

Die Schüler mit den meisten Credits werden belohnt.

Musikalisches Engagement: Marcel Stölting (16) ist Mitglied der Schülerband, die einen Song für „Chill=Out“ geschrieben und vertont hat.

Weitere Infos zu dem Programm findet Ihr auf der Homepage der Schule.

Foto: Hauptschule Bramsche

Kommentare

Profil
06.02.12, 15:00 Uhr

echt voll lollich


HAPPY

     
     
    Profil
    11.02.12, 12:19 Uhr

    Gutes Projekt, grad in Altersheimen können Jugendliche Gutes bewirken...


    Gönn Dir was Gutes auch wenn Du in Not bist, was nützt Dir das Leben wenn Du erst tot bist...